STANDING OVATIONS & JUBEL FÜR ELEKTRA

  • 22. Januar 2019
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  • Text: Philip Brunnader

Sensation, Höchstform, ein Meilenstein – die Premiere wurde zum musikalischen Triumph

Richard Strauss Psychothriller Elektra wurde bejubelt und sorgte für Standing Ovations. Die Presse war vor allem von der musikalischen Seite angetan.

„Ensemblekultur vom Feinsten“

„Das Bruckner Orchester musiziert unter seinem Chefdirigenten Markus Poschner jede Nervenfaser des Strauss-Schockers grandios aus, Michael Schulz repolitisiert ihn allzu konkret,“ heißt es bei Peter Krause (Concerti). „Da schillert es, da walzert es, da sehnt es sich so grandios, dass die ganze gigantische Vielschichtigkeit der Partitur zum Ausdruck kommt. … Die prägnant wortdeutlich gearbeitete Mägdeszene ist gleich zu Anfang das Zeugnis exzellenter Ensemblearbeit. Man kann die „Elektra“ anders dirigieren, besser wohl kaum.“ „Die Besetzung der Hauptrollen verblüfft. Die Linzer kommen für das Monsterwerk mit nur einem Gast aus: Miina-Liisa Värelä als Elektra ist in Gestalt und Stimme eine echte nordische Maid, ihr dunkel gefärbter Sopran hat mädchenhafte jubelnde, vollkommen unangestrengte Höhen und eine natürlich ausgebaute Mittellage. Um sie herum glänzt ein junges Strauss-Ensemble von Format. Katherine Lerner singt die Klytämnestra nicht als deklamierende Alte, die schon lange nicht mehr schlafen kann, sondern mit dem klaren Mezzo einer Frau, die noch ihren Teil vom Leben abbekommen will. Brigitte Geller stattet die Chrysothemis mit sopranheller Innigkeit. Matthäus Schmidlechner demonstriert als Ägisth, dass auf ihn noch ganz andere tenorale Aufgaben warten.“

„Beachtlich“

Für Wilhelm Sinkovicz, Die Presse, war es „trotz der Optik beachtlich“, was Linz zu bieten hat. Für ihn „beherrscht“ Michael Schulz „die Kunst der Personenführung, kann ein Stück spannend erzählen“ und hat „die zentrale Auseinandersetzung zwischen Mutter und Tochter aufregend und geradezu filmgerecht detailverliebt umgesetzt.“ „Schon die exzellent besetzten Mägde zu Beginn lassen – wie auch der markante Ägisth von Matthäus Schmidlechner zuletzt – hören, wie präzise man im Vorfeld gearbeitet hat. Die rhythmische Akkuratesse ist staunenerregend. Die Sicherheit der Spitzentöne, mit der Miina-Liisa Väreläs Elektras emotionale Höhepunkte markiert, ist es nicht minder. In der Erkennungsszene umschmeichelt sie nicht den sonoren Orest Michael Wagners, sondern ihre Stofftiere, dafür hat sie zuvor die kraftvolle, ebenso höhensichere Chrysothemis (Brigitte Geller) und die elegante, virtuos agierende und singende Mutter (Katherine Lerner) mit höchster Aggressivität behandelt,“ heißt es in Die Presse.

Katherine Lerner, Miina-Liisa Värelä | Foto: Reinhard Winkler

„Ereignis“

„Richard Strauss‘ Elektra wird durch Markus Poschner und das Bruckner-Orchester Linz zum klingenden Ereignis“, schwärmt Stefan Ender im Untertitel im DER STANDARD. Weiter heißt es: „Archaische Urgewalt und Majestät, grelle Hysterie und sinnliche Laszivität, Frohsinn und Fäulnis: Dies alles und hunderte Zwischentöne und Stimmungsüberblendungen waren bei Chefdirigent Poschner und dem Bruckner-Orchester Linz da, und ein gewaltiger Schluss natürlich sowieso. Es ist also wieder einmal der Orchestergraben, von dem aus im Landestheater Linz die lichtesten künstlerischen Höhen erklommen werden.“

„Ein Reisetipp“

Thomas Götz von der Kleinen Zeitung berichtet von „einer musikalisch wie szenisch dichten, fein gewobenen Interpretation“ und spricht einen „Reisetipp“ aus. „Stehende Ovationen für das Ensemble, allen voran die gewaltige Miina-Liisa Värelä. Vom verstockten Racheengel entwickelt sie ihre Elektra zur raffinierten Psychologin und zurück zur Schlächterin. Am Ende nimmt sie selbst teil am Gemetzel ihres Bruders. Kraftvoll und zart meistert sie alle Klippen der mörderischen Partie. Mit Zartheit und Durchschlagskraft zeigt Brigitte Geller eine differenzierte Charakterstudie der Chrysotemis. Der oft im Vagen bleibenden Figur verleiht sie ungewohnte Lebendigkeit. Die junge Katherine Lerner gibt der Klytämnestra die Chance, als Mensch wahrgenommen zu werden, als Opfer des Atriden-Fluchs, der über der ganzen Familie liegt. Sogar die Mägde tragen Wichtiges zum Verstehen eines kollektiven Verhängnisses bei, individuell gezeichnet von Schulz und musikalisch getragen von Poschner.“ Sein Fazit: „Berechtigter Jubel für einen gewaltigen Kraftakt“.

Miina Liisa Värelä, Chor Landestheater Linz | Foto: Reinhard Winkler

„Standing Ovations“

„Mit uneingeschränktem Jubel für die Solisten, das Bruckner Orchester und Markus Poschner und mit einigen heftigen Buhrufen für das Regieteam reagierte am Samstag im Musiktheater das Publikum auf die Premiere von Richard Strauss‘ Oper Elektra,“ so Michael Wruss in den OÖNachrichten. Dazu trug „die musikalische Seite, vor allem das großartig disponierte Bruckner Orchester unter Markus Poschner, das diese Partitur akribisch entschlüsselte“, bei. „Die finnische Sopranistin (Miina-Liisa Värelä) überzeugt in allen Belangen, weiß perfekt die Stimme für die unterschiedlichen Emotionen bereitzustellen und die dynamischen Extreme brillant auszukosten. Das gelingt auch Brigitte Geller als Chrysothemis, die ihre Partie emotional und stimmlich beeindruckend gestaltet. Katherine Lerners Klytämnestra besitzt regiebedingt nicht jene Dämonie, die einem grenzenlosen Verfolgungswahn entspringt, versteht sich aber aus dem Konzept freizusingen. Michael Wagner überzeugt als stimmgewaltiger Orest, und Matthäus Schmidlechner findet im Aegisth eine weitere in sein Stimmfach perfekt passende Rolle. Aus dem restlichen Ensemble stechen Theresa Grabner als fünfte Magd und Mathias Frey als junger Diener heraus.“ Sein Fazit: „Musikalisch grandiose Produktion einer der schwierigsten Strauss-Opern in einer nicht immer das Ziel erreichenden Inszenierung.“

„Gottvolles Werk provozierte Jubelschreie!“

„Einen jubelnden Aufschrei der begeisterten Zuhörerschaft und Standing Ovations provozierte die Opern-Premiere von Richard Strauss’ Elektra im ausverkauften Linzer Musiktheater. Dirigent Markus Poschner schöpfte mit dem Bruckner Orchester die dichte Dramaturgie des Werks punktgenau aus,“ so Balduin Sulzer in der Kronen Zeitung. „Miina-Liisa Värelä meisterte den Part der Elektra trotz ihres für die Rolle noch recht jungen Alters.“ Fazit: „Ein gottvolles Werk im Linzer Musiktheater!“

„Musikalische Sensation“

„Markus Poschner setzt mit Strauss-Oper einen Meilenstein … Das Bruckner Orchester agiert in Höchstform“, so Paul Stepanek im Oberösterreichischen Volksblatt. „Markus Poschner gelingt es mit diesem Klangkörper, alle Facetten der genialen Strauss-Partitur zwischen sanfter Lyrik und explosiver Dynamik auszuleuchten, die Spannung voranzutreiben und das Publikum „gefangenzunehmen“. Im Dreieck der Protagonistinnen überbietet Miina-Liisa Värelä als Elektra sich selbst, aber auch Katherine Lerner (Klytämnestra) und Brigitte Geller (Chsysothemis) leisten Außerordentliches. … Tosender Applaus samt Standing Ovations.“

„Packend“

„Der Regisseur überzeugt aber auch sonst, immer hart an Text und Musik, mit spannender, ideenreicher und ausgefeilter Personenführung. Geradezu detailverliebt zeigt er wie Elektra kindlich im Kinderzimmer von Orest die Stofftiere ihrer gemeinsamen Kindheit in der Erkennungsszene umkost. Und auch die zentrale Auseinandersetzung zwischen ihr und ihrer Mutter Klytämnestra geht unter die Haut. …
Packend Markus Poschner, der am Linzer Landestheater schon öfters reüssierte, dirigiert das Bruckner Orchester Linz mit packendem Zugriff. Es gelingt dem Chefdirigenten, bei den Musikern viel Transparenz, Spannung, archaische Mystik und luxuriöse Klangpracht zu erzeugen. Er lässt Strauss geniale Musik brodeln, stöhnen und kreischen.“ Helmut Christian Mayer, Kurier

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