Das Leben des Franz Stelzhamer führte ihn weit herum, auch außerhalb der Grenzen Oberösterreichs. Geboren 1802 als Kind von Kleinbauern im Innviertel, war er Hauslehrer, Priesteramtsanwärter, Schauspieler und Journalist, ehe er 1837 mit überwältigendem Erfolg sein Buch der Lieder in obderenns’scher Volksmundart publizierte. Ein Verführer und ein schwieriger Charakter hatte er Glück bei den Frauen, brachte ihnen seinerseits aber selten Glück. In der Literatur brach Stelzhamer der Mundart eine Bahn, aber auch dem Antisemitismus. Der bekannte österreichische Dramatiker Thomas Arzt, geboren in Schlierbach, ist ebenfalls ein Spezialist für Mundartlieder. Er beschloss, das Leben Stelzhamers, unter anderem aus der Perspektive seiner Frauen, noch einmal zu erzählen.
H. C. Artmann, der Wiener Poet und Wieder-Erfinder des Mundartgedichts, schreibt im Jahr 1981: „Die Auswahl der bisher verbreiteten Mundartgedichte Stelzhamers stellt zu einseitig den heimat- und mutterliebenden, den familiensinnigen Sohn und Dichter in den Vordergrund: als erstaunliches Vorbild und leibhaftiges Beispiel für das 4. Gebot! Wer aber Stelzhamer, sein Leben und Werk kennt, muss in jenen Ausgaben den Raum zu klein finden für die treffsichere Spottlust eines Dichters, der das Bauernleben mit dem angeborenen Wissen beschrieb, dass neben der Kirche das Wirtshaus steht. Und nicht allein die Liebe zur Mutter uns Menschen den Himmel auf die Erde bringt. Gern haben die Germanisten Stelzhamer als einen Minnesänger des 19. Jahrhunderts gefeiert, doch weniger gern wurden seine zahlreichen Liebesgedichte gedruckt, die gewiss zum Besten gehören und nicht vergessen werden dürfen, wenn vom bedeutendsten Dichter deutscher Mundart die Rede ist. Um das Lied vom Helden und die Mär vom Tod hat der ebenbürtige H. C. Artmann einen Kranz von Spottliedern, ländlichen Tänzen und Liebesgedichten geflochten, mit der begleitenden Absicht, bei Jung und Alt durch diese Auswahl neue Freunde für unseren Franz von Piesenham zu finden.“
Anlässlich einer von ihm selbst zusammengestellten Neuauswahl von Stelzhamers Gedichten kritisiert Artmann also en passant die Unvollständigkeit des in der Öffentlichkeit herrschenden Bildes von Franz Stelzhamer (1802–1874), des beliebten Heimat- und Mundart-Poeten, dessen Bild auf vielen Plätzen Oberösterreichs steht, dessen „Hoamatgsang“ seit 1952 die Landeshymne Oberösterreichs ist.
Anlässlich einer von ihm selbst zusammengestellten Neuauswahl von Stelzhamers Gedichten kritisiert Artmann also en passant die Unvollständigkeit des in der Öffentlichkeit herrschenden Bildes von Franz Stelzhamer (1802–1874), des beliebten Heimat- und Mundart-Poeten, dessen Bild auf vielen Plätzen Oberösterreichs steht, dessen „Hoamatgsang“ seit 1952 die Landeshymne Oberösterreichs ist.













