Mit Romeo und Julia, der berühmtesten Liebesgeschichte aller Zeiten, die in den Jahren 1594 bis 1597 von William Shakespeare geschrieben worden ist, eröffnet TANZ LINZ die Saison. Die gebürtige Engländerin Caroline Finn übernimmt die Choreografie und debütiert damit in einem österreichischen Theater. Gemeinsam mit TANZ LINZ und dem Bruckner Orchester Linz, unter der Musikalischen Leitung von Marc Reibel, wird sie das berühmte Werk am 7. Oktober 2023 auf der großen Bühne des Musiktheaters zur Premiere bringen. In einem Gespräch mit Roma Janus, der Künstlerischen Leiterin der Sparte Tanz, gibt sie den ersten Einblick in ihre künstlerische Herangehensweise und ihre Inspirationen für die bevorstehende Inszenierung.
Welche Aspekte sind dir in deiner künstlerischen Arbeit als Choreografin wichtig?
Caroline Finn: Für mich ist es immer unglaublich wichtig, dass der Prozess ein wirklich kollaborativer ist – dass alle Tänzer:innen und das Kreativteam ein tiefes Verständnis für das Universum haben, das wir erschaffen wollen, und für die Kernbotschaften, die wir vermitteln wollen. Für die Tänzer:innen ist das eine Einladung, sich wirklich zu engagieren und einen künstlerischen Beitrag zu leisten, der ihnen ein Gefühl der Verantwortung für das Werk selbst gibt. Wenn wir auf diese Weise arbeiten und einen Schmelztiegel der Möglichkeiten schaffen, können wir nicht nur gemeinsam wachsen und uns gegenseitig herausfordern, sondern auch das, was wir dem Publikum bieten können, bereichern und erweitern.
Wie würdest du deine Ästhetik definieren – deine choreografische Handschrift?
Ich lasse mich stark vom Kino und von Regisseuren wie David Lynch, Ingmar Bergmann, Lars von Trier und Tim Burton inspirieren, so dass ich sagen würde, dass es mir Spaß macht, Universen zu schaffen, die sowohl Elemente des Hypersurrealen als auch des Naturalistischen kombinieren. Das Absurde und Zweideutige inspiriert mich sicherlich, aber ich liebe es auch, erzählerische Tableaus zu schaffen, in denen wir die Eigenheiten des menschlichen Verhaltens näher beleuchten können. Meine Arbeit ist sehr körperlich, aber je nach den Tänzer:innen, mit denen ich zusammenarbeite, und dem Kontext des Stücks kann die Bewegungssprache selbst ziemlich radikal variieren. Grundsätzlich würde ich sagen, dass ich immer versuche, von innen nach außen zu arbeiten, so dass die Bewegung aus einer emotionalen Motivation und Bildsprache heraus entsteht, anstatt mit der „Form“ zu beginnen.













