EIN PACKENDES STÜCK

Marlen Haushofers „Die Wand“ als packende Kammeroper

  • 17. September 2018
  • |
  • Text: Philip Brunnader

Die Uraufführung der Kammeroper Die Wand (Libretto Intendant Hermann Schneider, Musik Christian Diendorfer) feierte am 16. September Premiere in der BlackBox.

„Ein spannender Opernabend“

Regisseurin „Eva-Maria Melbye gelingt es in der beeindruckenden Ausstattung von Marcus Olson, ein dichtes Kammerspiel zu entwickeln, das die auf drei Darstellerinnen aufgeteilte Protagonistin zwischen unterschiedlichen Charakterzügen changieren lässt. Die Singstimme – hervorragend Jessica Eccleston -, die beinahe romantisch einen gewissen Ruhepunkt suggeriert, die Sprechstimme – ebenso herausragend Verena Koch -, die sowohl nüchtern-berechnend als auch verzweifelt-aggressiv reagiert, und die Pantomime – fulminant Anna Sterbová -, die das Eingesperrtsein von ungestümem Bewegungsdrang bis zum tödlichen Verharren verinnerlicht. Großartig der Chor. … Fazit: „ein packendes Stück und ein spannender Opernabend“ Michael Wruss, OÖNachrichten

„Im Spiegelkabinett des eigenen Lebens“

„Christian Diendorfer ist eine beklemmende, atmosphärisch dichte Übersetzung der eindringlichen Sprache Haushofers gelungen. Jinie Ka hat das komplexe Klanggewebe mit dem Bruckner-Orchester akribisch einstudiert. Jessica Eccleston singt ihre wenigen Sätze fast zu schön angesichts der seelischen Not, Anna Štĕrbová tanzt sich die Seele aus dem Leib und Verena Koch macht mit pointierter Schauspielkunst den verbliebenen Handlungsrest deutlich.“ Thomas Götz, Kleine Zeitung

„Sollte man eigentlich schon gesehen und gehört haben“

„Die Leistung des Bruckner Orchesters unter der meisterhaften Dirigentin Jinie Ka war außergewöhnlich und bravourös! Auf der Bühne: „Die Frau“, die als Sängerin von Jessica Eccleston, als Schauspielerin von Verena Koch und als Tänzerin von Anna Stěrbová perfekt dargestellt wurde. Alle drei vermochten in ihren Aktionen zu fesseln; ebenso der von Timothy Connor gespielte „Mann“. Ja doch: Man sollte das zwei Stunden dauernde Stück, das auch viele unterhaltsame Elemente aufweist, eigentlich schon gesehen und gehört haben! Balduin Sulzer, Kronen Zeitung

Anna Štěrbová | Foto: Petra Moser

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