Die einen halten die Oper für das Größte, was die Künste hervorgebracht haben. Die anderen sehen in diesem Genre das Lächerlichste, was im Reich der Musen je geschaffen wurde. Die Vorurteile, die die Gegner des Musiktheaters gerne ins Feld führen, wiederholen in den unterschiedlichsten Variationen Klischees wie etwa das Folgende: Oper ist, wenn sich dicke Sopranistinnen und ebensolche Tenöre durch absurde Handlungen krächzen. Der Hinweis auf die angebliche Leibesfülle der Interpret:innen ist dabei ein klarer Fall der Diskriminierungsform, die man heutzutage als Bodyshaming bezeichnet. Darunter versteht man die Herabsetzung von Mitmenschen allein aufgrund ihrer äußeren Erscheinung. Da dies mittlerweile zu Recht von vornherein als verurteilenswert gilt, muss man auf derartige Beleidigungen, die auf das Aussehen von Opernsänger:innen anspielen, nicht mehr näher eingehen.
Vom Klischee der bösen Schwiegermutter
„Stell die Teller weiter zum Tischrand, dass in der Mitte mehr Platz für das Essen ist.“ – Die Schwiegermutter meint es doch „nur gut“. Ein harmloser Hinweis hier, eine kleine Korrektur dort. Mal geht es eben darum, wie man den Tisch deckt, mal darum, wie man das Kind anzieht, oder wie man mit dem eigenen Sohn spricht. Nichts davon wirkt brutal oder böse. Und doch entsteht durch solche Belehrungen ein Klima, in dem man sich als Adressat:in klein vorkommt. Man hat das Gefühl, ständig unter Beobachtung zu stehen und wird dadurch unsicherer.










