Bloß nicht spoilern!

Die drei Darstellerinnen der Titelrolle des großen Familienmusicals Matilda im Gespräch mit Dramaturg Arne Beeker.

PremierenfieberMatilda

Könnt ihr die Handlung von Matilda in drei Sätzen erklären?

Ines: Matilda ist diese extrem schlaue Leserin, aber ihre Eltern halten sie für dumm, sie kommt in die Schule und trifft auf ihre böse Direktorin Frau Knüppelkuh und ihre nette Lehrerin Fräulein Honig. Es gibt ein großes Geheimnis, durch das Knüppelkuh und Fräulein Honig verbunden sind – aber ich werde jetzt nichts spoilern! Am Ende hilft Matilda Fräulein Honig, ihre Ängste loszuwerden und ein neues Leben zu beginnen.

Mit ein paar Beistrichen waren das drei Sätze, sehr gut! Matilda ist eine große Leserin – ihr auch?

Valerie: Ich lese gern Harry Potter. Meine Lieblingsbände sind der zweite, der vierte und der siebte. Im zweiten geht es um Hermine, und das ist auch der Reiz für mich an Matilda: Es geht um ein kluges Mädchen. Jetzt beginne ich mit Fantastische Tierwesen.

Leonie: Ich mag gern Warrior Cats und den Flüsterwald. Und ich habe natürlich auch Matilda, das Buch, gelesen, aber schon bevor ich die Rolle bekommen habe.

Ines: Ich habe Matilda schon sehr oft gelesen, auch alle Bände von Harry Potter. Eine meiner Lieblingsserien ist Percy Jackson, dieses ganze Universum. Darin ist griechische Mythologie mit der modernen Welt verknüpft, das finde ich spannend.

Ich bin beeindruckt. Ich war in eurem Alter, glaube ich, noch bei Pippi Langstrumpf. – Als ihr im Dezember das Casting gemacht habt, habt ihr damit gerechnet, dass ihr am Ende die Hauptrolle bekommen würdet?

Leonie: Ich wusste es nicht, aber habe es sehr gehofft.

Valerie: Ich habe nicht damit gerechnet, obwohl ich schon, seit ich sechs bin, regelmäßig Theater spiele.

Ines: Beim Casting hatten viele schon Vorerfahrungen, und es waren so viele talentierte Leute dort, da wäre ich schon mit einer Ensemblerolle glücklich gewesen. Ich trage diese Geschichte schon seit meiner Kindheit in mir, und ich wollte einfach gern dabei sein.

Matilda kann ziemlich aufmüpfig sein, wenn sie Ungerechtigkeiten erkennt. Ihr auch?

Leonie: Das kommt drauf an. Ich bin eher schon mal die Tochter, die zurückschreit, die es sich einfach nicht gefallen lässt …

Ines: Privat schon, aber in der Schule habe ich vielleicht nicht genug Mut, das laut zu äußern. Wenn es so extrem wäre wie bei Matilda, würde ich das aber schon machen – irgendwer muss es ja tun!

Valerie: Ich kann das schon ab und zu – ich kann Ungerechtigkeit einfach nicht leiden.

Ihr werdet seit Februar gesanglich und tänzerisch vorbereitet, und jetzt Ende Mai probt ihr seit etwa anderthalb Wochen mit der Regisseurin Melissa King. Letzte Woche waren es neben (oder statt) der Schule 18 Stunden – Stress?

Ines: Nein, ich fand’s von Anfang an sehr lustig. Das Musicalensemble hat uns auch total nett aufgenommen. Man muss natürlich manchmal was in der Schule nachholen, aber es war immer mehr Spaß als Stress.

Valerie Kloiber, Leonie Cydlik und Ines Röbl | Foto: Philip Brunnader

Ihr habt lange Monologe zu sprechen – war das Auswendiglernen schwierig?

Valerie: Ich fand’s nicht so schwierig. Ich schreibe mir einfach Fragen auf: Wo spielt es, was passiert, warum passiert es? Und dann merke ich mir das recht leicht.

Ihr drei wirkt wie ein Herz und eine Seele. Gibt es keine Konkurrenz?

Alle drei: Nein!

Ines: Zumindest jetzt noch nicht. (Alle kichern.) Leonie: Wir verstehen uns, glaub’ ich, untereinander so gut, dass wir uns alle die Premiere gönnen.

Valerie: Wir kannten uns vorher nicht, aber jetzt ist es, als würden wir uns schon zehn Jahre kennen.

Matilda kann ja mit ihren Gedanken Gegenstände bewegen. Was würdet ihr machen, wenn ihr das auch könntet?

Valerie: Ich würde vielleicht arme Leute aufsuchen und dann aus einem Geschäft ein Weckerl zu ihnen fliegen lassen.

Ines: Ich würde zum Beispiel einer älteren Frau ihre Einkaufstasche tragen – weil es mich ja keine Kraft kostet, wenn ich das nur mit den Gedanken mache.

Leonie: Ich würde mir vielleicht auch wie Matilda in dem Song „Tricksen“ ein paar Späße erlauben. Aber nicht so viele …

Euer Lieblingssong in Matilda?

Valerie: „Bruce“ und „Tricksen“. „Bruce“ wegen der Zweistimmigkeit, das klingt cool.

Ines: Auch „Bruce“, weil man da in Gemeinschaft mit den anderen Kindern interagiert. Und es ist einfach mega und sieht cool aus, wenn viele Leute gemeinsam tanzen. Von unseren Solosongs „Leise“ – den mag ich mehr als „Tricksen“, weil darin Matildas dunklere Seite gezeigt wird, das, was sie wirklich denkt.

Leonie: Ich mag „Aufstand“ gern, weil er viel Power hat und weil ich die Energie beim Tanzen liebe.

Wenn ihr mal erwachsen seid, welche Rolle würdet ihr dann gern spielen wollen? In Matilda und in irgendeinem anderen Musical.

Valerie: In Matilda Fräulein Honig. Und die Sophie in Mamma Mia!

Leonie: In Matilda Fräulein Honig oder Frau Schilf. Und sonst vielleicht Dornröschen, wenn es das gibt – das war ein Kindheitsfilm von mir. Ines: In Matilda Fräulein Honig – ich mag ihre etwas unsichere, aber auch nette Art. Und ich würde gern mal in Cats spielen – das habe ich im Sommer im Musiktheater gesehen, und ich mag Tanzen so gern.

Und warum nicht die Direktorin Knüppelkuh?

Ines: Ich glaube, ich würde es nicht aushalten, die ganze Zeit die Kinder anzuschreien … Valerie: Ich möchte nicht so eine unangenehme Person spielen, wo man die ganze Zeit denkt: Uäh!

Vielen Dank für eure Zeit! Und jetzt rasch in die Probe – in fünf Minuten geht es los!

Valerie Kloiber

Ich heiße Valerie Kloiber und bin im September 2015 geboren. Als „Theaterkind“ bin ich sozusagen auf der Bühne aufgewachsen. Mein „Stammhaus“ ist die Bruckmühle Pregarten. Zu meinen Rollen zählen u. a. Leni in Der Verschwender, die Kleine Dienstag in Großstadtdetektive, Ida in Geschichten aus dem Wienerwald, Rotkäppchen in Der angeklagte Wolf, das weiße Kaninchen in Alice im Wunderland, Artemis in Der ausgebildete Kranke und Peter Pan im gleichnamigen Theaterstück. Außerdem hatte ich schon mehrere Auftritte mit den Musicalwaves. Aktuell besuche ich den Tanzzweig des Schauergymnasiums in Wels.

Leonie Cydlik

Ich bin Leonie Cydlik, 13 Jahre alt und spiele Matilda im gleichnamigen Musical. Ich besuche die 2. Klasse der MS Pregarten. Musik begleitet mich bereits mein Leben lang. Neben Tanz- und Instrumentalunterricht ab 2019, singe ich seit 2023 im Kinder- und Jugendchor des Landestheaters und im Chor „Pro Musica“ Wartberg. 2024 spielte ich die Doppelrolle „Kleine Maria Stuart / James“ im Musical Die Königinnen im Musiktheater. Bei der Klangwolke 2025 war ich auch mit von der Partie, außerdem mit dem Chor u. a. bei Ein Teelöffel Feenstaub – Disney’s Magic Songs, Unsere Kinder der Nacht, Madita und Benjamin Button.

Ines Röbl

Ich bin Ines Röbl, geboren im Mai 2012, und spiele in Matilda die Hauptrolle. Ich gehe in die vierte Klasse am Europagymnasium Linz-Auhof. Von klein auf tanze und singe ich sehr gerne. Aktuell besuche ich klassischen Gesang und Jazz/Popgesang bei Markus Miesenberger und Birgit Kubica an der Musikschule Linz. Zusätzlich singe ich im Kinder- und Jugendchor des Landestheaters Linz. Außerdem spiele ich Klavier und Geige; am Klavier bin ich Preisträgerin des Landes- und Bundeswettbewerbs Prima La Musica. Neben der Musik mache ich auch Rhythmische Gymnastik im Verein Sportunion ADM Linz.

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