Passend zum Spielzeitmotto So Alt wie Jung und der Frage nach dem Aufeinandertreffen von Generationen stellt sich Intendant Hermann Schneider den Fragen von Alina (10), Anna (11) und Marvin (9). Im Gespräch erzählt er von seinen überraschenden Karriereschritten, vom Kindheitstraum „Papst“ und davon, warum er heute lieber Operninszenierungen plant als privat ins Theater zu gehen. Er gibt Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen, erklärt, warum jede Aufführung ein Unikat ist, und zeigt, was Theater für ihn und sein Publikum so unvergleichlich macht.
Anna: Wie lange sind Sie denn schon Intendant?
Hermann Schneider: Insgesamt bin ich 23 Jahre als Intendant tätig und seit 10 Jahren hier. Davor war ich 12 Jahre Intendant in Würzburg und davor ein Jahr in Eisenach in einer Übergangszeit zwischen zwei Intendanzen.
Alina: Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, Intendant zu werden?
HS: Das ist eigentlich ganz spontan entstanden. Ich habe ja gerade erzählt, wie ich Intendant in Eisenach geworden bin. Der Intendant, der mich als seinen Stellvertreter geholt hatte, ist leider plötzlich sehr schwer krank geworden. Und dann hieß es: Jetzt bist du sein Vertreter, jetzt musst du das übernehmen. Also habe ich es gemacht – und dachte zuerst: Um Himmels willen, das kann ich doch gar nicht. Ich wusste ja nicht einmal genau, was ein Intendant eigentlich den ganzen Tag macht. Ich war zwar oft zu Besprechungen in seinem Büro, aber womit er sich darüber hinaus beschäftigt hat, wusste ich nicht. Dann habe ich alles nach und nach kennengelernt, als die Aufgaben plötzlich bei mir lagen. Und dabei kam mir der Gedanke: Vielleicht kann ich das ja doch. Und schließlich hat es mir sogar großen Spaß gemacht.
Alina: Und was war Ihr Traumjob als Kind?
HS: Mein Traumjob als Kind war Papst. Ein bisschen einsam ohne Frau, aber ich mochte schon immer große Kirchen, viele Bücher und diese besonderen Gewänder. Das fand ich einfach großartig. Viele Bücher habe ich inzwischen immerhin schon – das habe ich geschafft. (lacht)
Marvin: Haben Sie viel Stress in der Arbeit?
HS: Nein. (lacht) Das kommt darauf an. Im Grunde ist es in meinem Beruf so, wie wenn man ein Stück probt: Es gibt Phasen, in denen man in Ruhe ausprobiert, sortiert und arbeitet. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem alles funktionieren muss – wie bei einer Generalprobe oder einer Premiere. Dann habe ich schon Stress. Der größte Stress entsteht eigentlich dadurch, dass sehr viele Dinge gleichzeitig passieren. Plötzlich klingelt das Telefon, jemand kommt ins Büro. Heute zum Beispiel ruft jemand an und sagt, eine Sängerin ist krank. Dann muss man schnell organisieren, wie wir es schaffen, dass morgen trotzdem Rosenkavalier aufgeführt werden kann. Das ist stressig, aber man gewöhnt sich daran











