Marvin: Und was macht dabei besonders viel Spaß an der Arbeit?
HS: Besonders viel Spaß macht es mir, wenn wirklich viele Leute da sind und Freude im
Theater haben. Das ist eigentlich schöner als eine tolle Kritik oder eine Inszenierung, die einem selbst gefällt. Persönlich denke ich, es hat anderen Leuten Spaß gemacht und man hat ihnen eine Freude bereitet.
Anna: Wissen Sie wirklich alles von Ihrem Theater, auch wie viele Meter groß die Bühne im Großen Saal ist?
HS: Ja, das weiß ich, weil ich dort auch inszeniere. Dann weiß man, wie viele Quadratmeter die Bühne hat. Die Bühnenbreite ist verstellbar – von der Portalbreite 14 bis 16 Meter – und die Fläche ergibt sich daraus. Aber sonst weiß ich nicht alles. Nein, das wäre gelogen.
Alina: Gehen Sie oft privat ins Theater und wenn ja, welche Stücke schauen Sie sich denn gerne an?
HS: Ich gehe privat nicht oft ins Theater. Das liegt einfach daran, dass ich leider nicht so viel Zeit habe. Wenn ich aber gehe, schaue ich mir in der Regel Stücke an, die ich noch nie gesehen habe. Also Sachen, bei denen ich denke: Egal, selbst wenn mir eine Inszenierung, ein Dirigent oder ein Sänger nicht gefällt – ich habe auf jeden Fall etwas Neues gesehen. Für mich ist der Abend dann auf jeden Fall ein Gewinn.
Anna: Mit wem waren Sie als Kind im Theater, also Mama oder Oma oder so?
HS: Mit meinen Eltern und meinem Bruder.
Marvin: Was ist das erste und beste Stück, das Sie im Theater gesehen haben?
HS: Ob das erste das beste ist, weiß ich nicht. Aber das erste Stück, was ich gesehen habe, das ist jetzt ganz langweilig, das war Hänsel und Gretel, die Oper von Engelbert Humperdinck. Und das beste Stück kann ich gar nicht sagen, was so das beste Stück ist. Mal ist es ein Schauspiel, mal eine Tanzproduktion. Was mir jetzt besonders gut gefallen hat, war Amor & Psyche? bei uns im Musiktheater. Das fand ich wirklich großartig. Im Moment ist das mein Lieblingsstück.
Anna: Wie sind Sie auf die Idee für das diesjährige Motto vom Theater gekommen?
HS: Ich bin auf die Idee eigentlich aus einem Gespräch mit jemandem gekommen, der relativ jung ist und gerne ins Theater geht. Er hat mir gesagt: „Ich finde es eigentlich viel schöner, wenn die Stücke so inszeniert werden, wie es früher war.“ Da habe ich gesagt: „Aber da hast du ja selbst noch gar nicht gelebt – woher weißt du das?“ Er meinte: „Aus alten Bildern.“ Dann fand ich das interessant, dass junge Menschen etwas wollen, was alt ist und dass alte Menschen, vielleicht weil sie älter werden und ihre Jugend selber verschwindet, alles so wollen, dass es jung ist und dass man junge Menschen erreicht. Aus diesem Gedanken entstand die Überlegung: Wie sind eigentlich Generationen zueinander? So wie wir jetzt hier im Gespräch: Was weiß ich von euch, was wisst ihr von mir? Genau das interessiert mich.
Ich finde, das Tolle am Theater ist, dass alle Altersgruppen zusammenkommen können. Nicht nur im Jungen Theater. Auch ältere Leute können ja ins Junge Theater kommen, ohne dass sie gleich ein Kind entführen müssen als Vorwand, um ins Theater gehen zu können.