Ihre Arbeit ist bekannt für die Verbindung von Bewegung, Musik und Theatralität. Wie setzen Sie das hier um?
Ich konzipiere meine Stücke oft wie ein Musikalbum – mit unterschiedlichen Stilen und Komponist:innen. Verschiedene musikalische Texturen und Instrumente spiegeln die emotionalen Kontraste des Stücks wider. Hier ist das die Musik von Lukas Foss, Ralph Vaughan Williams, Jimmy López, Charles Ives, Thomas Adès, Gabriel Fauré, J. P. von Westhoff und Alkistis Protopsalti, gespielt vom Bruckner Orchester Linz unter der Musikalischen Leitung von Ingmar Beck.
Ich lasse die Tänzer:innen vom Anfang bis zum Ende auf der Bühne, um ihnen eine durchgehende Reise zu ermöglichen. Das Werk ist sehr körperlich, aber auch theatralisch. Es geht darum, Gefühle zu erleben, nicht alles zu verstehen. Tanz ist wie Musik – man muss ihn fühlen.
Musikalisch ist das Stück eine Suche: Wir wandern nicht durch Genres, sondern durch Klangfarben. Am Ende stehen die Trompeten von Charles Ives, die wie Fragen in den Raum gestellt werden – und die Flöten, die darauf antworten. Genau deshalb trägt das Werk ein Fragezeichen im Titel: Es fragt – Was ist Liebe? – und überlässt die Antwort der Wahrnehmung des Publikums.
Und wie sieht die visuelle Welt von Amor & Psyche? aus?
Das Kostümdesign stammt von Emmanuel Maria. Er brachte eine einfache, aber magische Idee mit, die wir auch in die Bühne integriert haben. Ich liebe diese Form von Zusammenarbeit, wenn verschiedene künstlerische Handschriften ineinandergreifen. So entsteht etwas Größeres als die Summe seiner Teile.
Was wünschen Sie sich vom Linzer Publikum?
Ich hoffe, dass die Zuseher:innen bereit sind, sich auf das Stück einzulassen, ohne alles verstehen zu wollen. Amor & Psyche? ist eine Einladung zum Fühlen, Hinterfragen, Reflektieren. Liebe und Selbstfindung sind wunderschöne Geheimnisse – man sollte sie nicht zu sehr erklären wollen.