Die Amazonenkönigin Penthesilea und ihr Feind, der griechische Krieger Achill, verfallen in Liebe zueinander. Doch diesen Tabubruch müssen beide mit dem Leben bezahlen. Heinrich von Kleist formte 1808 aus diesem Stoff eines der sprachgewaltigsten deutschen Dramen. Othmar Schoeck vertonte es 1927 in einer ebenso wuchtigen wie spätromantisch erblühenden Musiksprache. In Linz wird diese Oper ebenso bildstark wie überraschend kein Geringerer als Peter Konwitschny inszenieren, der im Sommer 2018 von der Zeitschrift Opernwelt zum „Regisseur des Jahres“ gewählt wurde.
Vom Klischee der bösen Schwiegermutter
„Stell die Teller weiter zum Tischrand, dass in der Mitte mehr Platz für das Essen ist.“ – Die Schwiegermutter meint es doch „nur gut“. Ein harmloser Hinweis hier, eine kleine Korrektur dort. Mal geht es eben darum, wie man den Tisch deckt, mal darum, wie man das Kind anzieht, oder wie man mit dem eigenen Sohn spricht. Nichts davon wirkt brutal oder böse. Und doch entsteht durch solche Belehrungen ein Klima, in dem man sich als Adressat:in klein vorkommt. Man hat das Gefühl, ständig unter Beobachtung zu stehen und wird dadurch unsicherer.









