Der Theaterautomat ist eine interaktive Installation im Foyer der Kammerspiele, die zum Mitmachen und selbst kreativ werden animiert.
Ein KI-gestütztes Programm erstellt Theaterfiguren und -hintergründe in Echtzeit. Dabei werden die Bewegungen der User getrackt und auf die Figur übertragen.
#THEATERAUTOMAT
Eine Gruppe Schüler:innen auf dem Weg zur Vorstellung Goldzombies betritt das Foyer der Kammerspiele. Rasch entdecken sie direkt am Eingang etwas Neues: den Theaterautomaten. Gefördert vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport im Rahmen von „KI in Kunst und Kultur“ und entstanden in einer wunderbaren Kooperation zwischen der FH Oberösterreich und dem Landestheater Linz.
Die multimediale Installation steht einem Publikum ab 13 Jahren im Foyer zur Verfügung, um interaktiv und auf ganz neue Art in den Theaterkosmos einzutauchen. Die Schüler:innen entdecken zuerst Ebene 1 der Installation – hier lässt sich aus 10 Theaterfiguren aus 10 Epochen und entsprechenden Szenarien auswählen. So kann die Figur Antigone vor einem ihrer Epoche entsprechenden antiken Tempel erscheinen, oder aber z. B. im postmodernen Bühnenambiente in Szene gesetzt werden. Die postmoderne Figur X wird in das Fantasy-Szenario von Alice im Wunderland verfrachtet. Oder Truffaldino ins Renaissance-Ambiente? Die Varianten sind mannigfach und die Parameter der einzelnen Figuren und Settings affizieren sich gegenseitig, was natürlich erst einmal ein großer Spaß ist. Aber dann ist es auch mehr – die Nutzer:innen lernen auf den Punkt gebracht Dinge über (Theater-)Epochen und darüber, wie wandelbar Stücke und Figuren je nach den umgebenden Parametern sein können. Ein „Vermittlungsautomat“ ist es also irgendwie auch noch. Und es ist ein Technik-Hochleistungssport: Im Hintergrund betreibt ein blitzschneller Rechner eine lokal agierende (nicht ans Netz angebundene) Künstliche Intelligenz. Innerhalb einer durch Prompts und Programmierungseingriffe gesetzten Range von Varianten, berechnet sie in Echtzeit dynamische Szenenbilder aus den Bewegungen der davor agierenden Person. In Kürze: eine Schülerin wedelt gerade unfassbar viel mit den Armen, was das generierte Bild von Heinrich Faust in seinem Studierzimmer mehr oder minder akkurat nachmacht (warum hat er plötzlich drei Hände???). Bevor ein weiterer Schüler Heinrich Faust mit seinen wedelnden 2-3 Armen in ein barockes Herrenzimmer versetzt. Man hört den Pudel quasi schon um die Ecke kommen… Nach einigen weiteren Verwandlungen von Faust zu Hamlet zu Nora zu Alice, und diversen Auswechselmanövern der agierenden Personen vor der Kamera, startet dann ein Schüler Ebene 2. Den DeepDive „Hinter die Kulissen“. Hier bildet der Theaterautomat 10 Werkstätten des Landestheaters Linz ab – von der Maske zur Modisterei, von der Kaschierwerkstatt zum Malersaal. Dort lassen sich Informationen zu den verschiedenen Berufen finden und auch dazu, in welchen Bereichen wir am Landestheater ausbilden. Vor allem liegt auch hier wieder Künstliche Intelligenz dahinter. Die Bilder, auf denen die Werkstätten zu sehen sind, lassen sich über einen Slider entsprechend der Theaterepochen verändern. Die Werkstatt zu Zeiten von Antigone und von Faust und heute. Gefiltert freilich durch den Blick und das „Vorstellungsvermögen“ der KI. Ein Schüler bleibt beim Beruf des Bühnenbildners hängen und folgt dem Verweis zum Österreichischen Bühnenverein. Und wir? Stehen halb versteckt etwas weiter hinten und freuen uns. Dass der Theaterautomat genutzt wird. Und hoffen, dass möglichst viele Menschen die Umfrage dazu beantworten, um Studierenden der FH OÖ die weitere Forschung und Auswertung zu erleichtern:










