Statement der Intendant:innengruppe der österreichischen Bundesländer- und Städtetheater zur aktuellen innenpolitischen Lage

Österreichs künftige Regierung steht – in welcher Koalition auch immer – vor großen Herausforderungen. Diese zu bewältigen, heißt zu bedenken, wofür unser Land steht: Denn Österreich liegt als Kulturnation nicht nur geographisch in der Mitte Europas, sondern es ist als Land seit Jahrhunderten ein Zentrum für künstlerische Impulse – die Wiener Klassik und die Wiener Moderne zeigen deren historische Amplitude. Kunst und Kultur sind ein zentraler Bestandteil unserer Identität und ein wichtiger Motor für Innovation und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Erfahrungen aus den Schrecken der Diktatur des Faschismus und Nationalsozialismus haben dazu geführt, dass das kulturelle Selbstverständnis auch seinen politischen Ausdruck mit der Verfassung der Zweiten Republik erfahren hat, die Toleranz, Offenheit, Menschenrechte und bürgerliche Freiheiten als Lebensform einer weltoffenen Gesellschaft zur Grundlage und zum Maßstab hat.

Diese Verfassung ermöglicht nicht nur ein offenes Miteinander, sondern auch ein Füreinander, das die Künste in Freiheit und ohne politische Einflussnahme gedeihen lässt, denn Kunst und Kultur bereichern Gesellschaft und Staat, fördern Dialog, Miteinander, Reflexion sowie Vielfalt und bilden damit ein wichtiges Fundament unseres menschlichen Seins.

Dieses Selbstverständnis steht über allen Kunstformen und Institutionen, ästhetischen Erfahrungen und jedweder Aufführungspraxis – ein hohes Gut, auf das wir zu Recht stolz sind, und das es zu bewahren und zu pflegen gilt. Diesen Anspruch richten wir an uns selbst und gleichermaßen an eine jetzige und künftige Politik: Die Verantwortung zu übernehmen,  jenen Werten auch künftig gerecht zu werden und sich so dieser Kulturnation würdig zu erweisen.

Irene Girkinger, Intendantin Tiroler Landestheater
Stephanie Gräve, Intendantin Vorarlberger Landestheater
Marie Rötzer, Künstlerische Leiterin Landestheater Niederösterreich
Andrea Vilter, Intendantin Schauspielhaus Graz
Michael Lakner, Intendant Bühne Baden
Ulrich Lenz, Intendant Oper Graz
Carl-Philip von Maldeghem, Intendant Salzburger Landestheater
Hermann Schneider, Intendant Landestheater Linz
Aron Stiehl, Intendant Stadttheater Klagenfurt

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Wonderful Town
TeaserMusical

Wonderful Town

Die Grundlage für den Musical-Klassiker Wonderful Town ist eine Serie von Kurzgeschichten im Magazin New Yorker über Abenteuer, die die junge Ruth McKenney und ihre Schwester Eileen erlebten, nachdem sie 1934 von Ohio ins New Yorker Greenwich Village gezogen waren. In ihren Geschichten war Ruth die „smarte, ernsthafte“ der Schwestern, Eileen die „hübsche, naive“. 1938 fasste Ruth die Stories unter dem Titel My Sister Eileen zusammen.
1940 adaptierten Joseph Fields und Jerome Chodorov die Geschichten für ein Broadway-Schauspiel und wenig später als Film. Ihr Plan, den Stoff auch noch als Musical herauszubringen, erwies sich allerdings als äußerst schwieriges Unterfangen. Produzenten, Stars und Songwriter kamen und gingen – oder wurden gegangen.

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Der zebrochene Krug / Des Esels Schatten
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Vom „Zerbrochenen Krug“ zu RTL

Es gab mal eine Zeit, da gab es kaum ein Entkommen vor ihnen – vor allem Sender wie RTL oder Sat.1 schworen auf sie im nachmittäglichen Programm: Die Rede ist von Gerichtsshows. Ob Richterin Barbara Salesch, Richter Alexander Holt, Das Jugendgericht oder Das Familiengericht – derartige Sendungen dominierten um die Jahrtausendwende das Sehverhalten zahlloser Fernsehzuschauer zur Kaffeezeit.

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Die Bettleroper Ensemble
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„Die Ausstiegsmöglichkeit liegt bei null Komma null.“

Die Regisseurin Susanne Lietzow inszeniert am Landestheater Linz Die Bettleroper nach John Gay und Johann Christoph Pepusch. Das Singspiel aus dem Jahr 1728 schildert den Kampf zweier Könige der Londoner Unterwelt, des Hehlers Peachum mit dem Räuber Macheath. Die Rivalität eskaliert, als Macheath die Tochter Peachums, Polly, heiratet. Susanne Lietzow hat das Stück, zusammen mit dem Musiker und Komponisten Gilbert Handler, neu geschrieben. Wir treffen sie kurz vor Probenbeginn im Landestheater.

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Niklas Wagner Autor Die Mitte der Welt
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Auf Spurensuche in einem Roman

Andreas Steinhöfels 1998 erschienener Roman Die Mitte der Welt lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken. Drückt man das Buch zehn Personen in die Hand, erhält man zehn völlig unterschiedliche Adaptionen. Worauf legt man bei der Übertragung in ein anderes Medium den Schwerpunkt? Will man eine bodenständige, alltagsnahe Coming-of-Age-Geschichte erzählen? Konzentriert man sich eher auf den Familienkonflikt oder auf die Lovestory zwischen zwei Jungs? Wie geht man mit den märchenhaften, magisch-realistischen Elementen der Vorlage um?

PremierenfieberDieMitteDerWelt
Theaterautomat
Allgemein

Der… what?

Der Theaterautomat ist eine interaktive Installation im Foyer der Kammerspiele, die zum Mitmachen und selbst kreativ werden animiert.
Ein KI-gestütztes Programm erstellt Theaterfiguren und -hintergründe in Echtzeit. Dabei werden die Bewegungen der User getrackt und auf die Figur übertragen.

KammerspieleTheaterautomat
Lisa Wentz
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Die Kraft der Erinnerung

Wer mit Lisa Wentz über Theater spricht, spürt sofort ihre Begeisterung für das „Kraftwerk der Gefühle“ – so nennt es der Schriftsteller Alexander Kluge. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen stets die Figuren: ihr Ausdruck im Hier und Jetzt, ihr Agieren in der konkreten Situation. Ein Agieren, das Emotionalität und Biografie widerspiegelt. Aus diesem Kern entwickelt die Autorin ihre Geschichten.

PremierenfieberVerräter
Amor und Psyche header
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Eine Frage der Liebe

Im Gespräch mit Roma Janus, Dramaturgin und Leiterin von TANZ LINZ, erzählt der belgische Choreograf Jeroen Verbruggen von seinem künstlerischen Weg, seinen Eindrücken vom Ensemble TANZ LINZ und darüber, warum sein Stück Amor & Psyche? mehr fragt als es beantwortet.

PremierenfieberTanzLinzAmor&Psyche?
Gormenghast
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Wider das Denken in Schubladen!

Keine:r mag sie. Jede:r gibt vor, sie zu ignorieren. Und doch hat sie sich hartnäckig in den Köpfen der Menschen (zumindest bei den Menschen des deutschsprachigen Raums) festgesetzt: Die Rede ist von der Trennung zwischen der so genannten „U-Musik“ und der „E-Musik“, zwischen „Unterhaltungsmusik“ und „Ernster Musik“. Diese Grenzziehung ist bei Lichte betrachtet genau so absurd, wie wenn es bei Lebensmitteln Kategorien wie „seriöse Erdäpfel“ und „alberne Erdbeeren“ geben würde.

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Gander – Eine Kleinstadt im Ausnahmezustand

Am 11. September 2001 richtet sich der Blick der Welt auf New York. Terroristen lenken zwei Passagierflugzeuge in die Türme des World Trade Centers. Während sich das Drama in Manhattan entfaltet, herrscht über dem Atlantik tagesüblicher Hochbetrieb. Hunderte Maschinen sind auf dem Weg in die USA, darunter auch Lufthansa-Flug 400 von Frankfurt nach New York mit Kapitän Reinhard Knoth im Cockpit. An Bord: 354 Menschen, darunter Prominente wie der damalige Hugo-Boss-Chef Werner Baldessarini und Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth. Doch um 9.15 Uhr New Yorker Zeit ist Schluss: Die US-Luftfahrtbehörde schließt den Luftraum. Über 400 Flüge müssen umgeleitet werden. Kanada aktiviert „Operation Yellow Ribbon“ und nimmt die Maschinen auf – eine logistische und menschliche Mammutaufgabe.

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