24 | Kontaminierte Klassiker

24 | Kontaminierte Klassiker

  • 15. Dezember 2022
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  • Text: Andreas Erdmann

Da wir schon einmal bei aktuellen Schocker-Themen sind, kommt heute gleich das nächste: Böse Klassiker. In den vergangenen Jahrzehnten galt am deutschsprachigen Stadttheater die Faustregel, dass zwar die deutschen Nationalklassiker manchmal irren (also Schiller immer dann, wenn er sexistisch, nationalistisch oder antisemitisch ist), dass aber eine Bastion existiert, die in ihrer Undurchschaubarkeit und Tiefe immer Recht behalten muss, quasi der Urmeter des europäischen Theaters: William Shakespeare. Las man Shakespeares Stücke lang und aufmerksam genug, musste man zu dem Schluss kommen, dass Shakespeare bereits alles wusste und wir Heutigen es im Zweifelsfall weniger gut wissen.

Kürzlich nahm ich an einem Workshop für mehr Sensibilität gegenüber Rassismus und Kultureller Aneignung teil. In dessen Verlauf kam es zu einer Diskussion, ob Shakespeares Othello eigentlich rassistisch sei oder genau das Gegenteil. Die Workshop-Leiterin war der Meinung „genau das Gegenteil“. Die kanonische Lesart von Othello war auch hundert Jahre lang, dass das ein Stück über Rassismus sei, das vorführt, wie ein paar ausländerfeindliche Italiener den genialen afrikanischen Feldherren Othello durch ihre Intrigen zu Fall bringen. Und ein anderes berühmtes Shakespeare-Stück, Der Kaufmann von Venedig, führe vor, wie christliche Italiener einen jüdischen Geldverleiher aus Judenhass um all sein Gut bringen. Schließlich spricht der Jude Shylock in dem Stück die berühmten Worte: „Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht? Hat nicht ein Jude Augen, Ohren, Sinne so wie ihr?“  Genau. Und trotzdem: Wäre das doch nur die ganze Wahrheit! Doch neben deutschen Dramaturg:innen und Regisseur:innen gibt es auch noch die Shakespeare-Forschung und die förderte zutage, was einzelne Beobachter der deutschsprachigen Szene (George Tabori, Fritz Kortner) längst bemerkt hatten: In besagten großen Shakespeare-Klassikern steckt nicht allein ein teilweise mittelalterliches Weltbild, sondern – leider – auch viel krude Projektion und Vorstellungen christlicher und weißer Vorherrschaft über andere Kulturen. Beim Shylock ist das sogar leicht erkennbar: Shakespeare übernimmt hier die Figur des jüdischen Bösewichts, die im Theater seiner Zeit beliebt war, und der trachtet seinen christlichen Widersachern aus Rachsucht nach dem Leben. Als sein ärgster Feind, der Christ Antonio, weil er keine Sicherheiten vorzuweisen hat, von anderen Kreditgebern kein Geld bekommt, bietet Shylock ihm einen besonders üblen Deal an: Er gewährt Antonio den benötigten Kredit, doch mit der Bedingung, dass er ihm bei dessen Ausfall nach der Fälligwerdung ein Pfund Fleisch nächst seinem Herzen aus dem Oberkörper schneiden darf.  Und Antonio ist – aus Liebeskummer – verzweifelt genug, darauf einzugehen. Ist dieser Shylock eine antijüdische Erfindung? Na klar. Nun sagen die Shakespeare-Fans alter Schule: Shylock ist ja nur so böse, weil die Christen vorher böse zu ihm waren. Und das steht sogar im Text. Was aber auch im Text steht, ist, dass Shylock böser als die Christen in dem Stück ist und – im Gegensatz zu diesen – keiner altruistischen Handlung fähig. Während der Christ Antonio sein Leben für den von ihm geliebten Bassanio aufs Spiel setzt, fleht Shylock, als seine Tochter Jessica aus ihrem Elternhaus geflohen ist, zu Gott, der Herr möge ihm diese tot – und mit ihren goldenen Ohrringen in den Ohren – zu Füßen legen. Der weise Regisseur George Tabori sagte darum, um herauszufinden, was Shakespeare (oder auch ein anderer Autor) wirklich von einer Figur hält, müsse man beachten, wie sich die Figur zu denen, die sie liebt, verhält. Und das ist bei Shylock nicht sehr schön. (Tabori nannten darum sein „Kaufmann-von-Venedig“-Projekt am Wiener Schauspielhaus: „Ich wollte, meine Tochter läge tot zu meinen Füßen, und hätte die Juwelen in den Ohren!“)

Wie sieht das bei Othello aus? Da ist es ein bisschen komplizierter, weil Othello – außer dass er schließlich aus Eifersucht seine Frau Desdemona erwürgt, ohne nur eine Sekunde lang die Wahrheit all ihrer Beteuerungen zu erkennen (aber das passiert auch erst im fünften Akt) – weil also Othello bis dahin eigentlich kein schlechter Kerl ist. (Außer gegenüber seiner Frau – siehe oben: immer darauf achten, wie sich die Figur gegenüber denen, die sie liebt, verhält.) Othello ist ein instabiler Mann, der aus Eifersucht zum Mörder wird. Er kommt aus einem Land, von welchem er berichtet, dass die Menschen darin schwarz sind, Menschenfresser und verwandt mit Monstern, die die Köpfe unterhalb der Schultern tragen. Es ist ein Erdteil, in dem Gottes Schöpfung noch nicht abgeschlossen ist, in dem eine Art vorzeitliches Schöpfungs-Chaos herrscht. Auf dem Weg nach Europa hat Othello sich zwar einer geordneteren Zivilisation angepasst, doch das Chaos wohnt noch immer in ihm. Darum spricht er zu Desdemona, als noch alles gut ist: „Verdammt sei meine Seele, doch ich liebe dich! Und wenn ich dich nicht liebe, ist das Chaos wieder da.“ Er ist in Shakespeares Vorstellung ein „Wilder“, der – selbst nachdem er jahrelang in einer Uniform gesteckt hat – wenn man ihn lange genug reizt, derart ausrastet, dass sein Verstand als erstes aussetzt und als nächstes Empathie und Menschlichkeit. Nun war Shakespeare ein genialer Dramatiker, und selbst die Unholde bei ihm erfreuen sich einer raffinierten Zeichnung: Shylock schafft es, uns mit seiner Rede von der Ähnlichkeit zwischen Juden und Christen zu rühren, Othello hat so großen Charme, so dass man – bis zum dritten Akt – verstehen kann, warum Desdemona sich in ihn verliebt hat. Und gerade diese Ambivalenz in der Charakterisierung machte diese Unholde für Shakespeares Zeitgenossen faszinierend, suspendiert aber nicht die zugrunde liegende Erzählung und die Wirkkraft der darin enthaltenen Stereotype. Die Vorstellung, dass die Differenzierungen, die Shakespeare den Klischeebildern des wilden Mannes und des geld- und mordgierigen Juden mitgibt, die grundlegende Stoßrichtung dieser beiden Stücke änderte, verkennt die großen Züge der Erzählungen.  Was tun, sprach Zeus? Wir fahren an dieser Stelle nächste Woche fort.

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  • 2. Februar 2023

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Nachdem wir in den ersten Jahren dieses Blogs die großen Themen der Dramaturgie gewälzt haben, wollen wir jetzt mal eine Weile etwas kleinere Brötchen backen und auf unsere Eingangsfrage zurückkommen, nämlich: Was machen eigentlich Dramaturg:innen? Dramaturg:innen machen nämlich viele inhaltlich zwar irgendwie zusammenhängende, im praktischen Vollzug aber sehr wohl zu unterscheidende Dinge. Die wollen wir nun Kapitel für Kapitel durchgehen.

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  • 27. Januar 2023

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Vor einigen Jahren arbeitete ich an einem anderen Theater, als ich den Brief einer Zuschauerin zur Beantwortung bekam. (Das ist übrigens eine besonders schöne Aufgabe der Dramaturg:innen – Zuschriften beantworten. Dabei ist, was in den Zuschriften zu lesen ist, manchmal durchaus interessant. Manchmal allerdings auch nicht.) Der Brief, der mir damals auf den Schreibtisch flatterte, war allerdings sehr interessant, auch wenn mir das nicht unmittelbar klar war.

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  • 23. Januar 2023

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Österreich und seine Kulturszene werden vom Skandal um einen Schauspieler erschüttert, der uns nicht allein mit den Verfehlungen dieses Einzelnen konfrontiert, sondern der den Vorhang über einer kriminellen Szene wegreißt, die Kinder missbraucht und sie für ihr Leben schädigt. Niemand kann gegen die Vorwürfe, die hier erhoben werden, kalt bleiben. Die große, nicht nur mediale Erschütterung deutet allerdings auch darauf hin, dass wir es normalerweise schaffen, die Problematik, welche keine Unbekannte ist, zu verdrängen, wenn uns nicht ein prominenter Fall wie der genannte daran hindert.

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  • 12. Januar 2023

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Evolution unseres Theaters lautete die Forderung in der letzten Woche. Und Evolution ist nicht genau dasselbe wie Revolution, sie ist eher: Revolution, aber langsam. So langsam, dass sie niemandem wehtun muss. Und Evolution, klar, wollen sowieso alle. Es kann ja nichts so bleiben, wie es ist. Bleibt nurmehr die Frage: Evolution wohin? Und auch da könnte man meinen, solange ein Projekt der Aufklärung bestand, hätte es im Stadttheatersystem einen breiten Konsens gegeben, dass 1.) das Theater Teil dieses Projekts sein müsse und dass 2.) der Ruf nach „Aufklärung“ notwendig mit gewissen Grundbekenntnissen einhergeht, nämlich denen zu einer gerechteren, humaneren, an einem freien Diskurs interessierten Gesellschaft.

Schauspiel 27 | Frauen
  • 5. Januar 2023

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„Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist“, steht in einem Roman, dessen Titel mir gerade entfallen ist. Und eigentlich sollte man denken, dass Fragen hinsichtlich von Macht, Repräsentanz und Fairness, über die sich dieser Blog in Bezug auf das Theater in den letzten Wochen beugte, in einer demokratischen Gesellschaft immer aktuell sind. Dasselbe müsste auch für Fragen nach Geschlechtergerechtigkeit und Präsenz von Frauen gelten. Tatsächlich haben Arbeitsgruppen seit den Nuller-Jahren unseres Jahrhunderts intensiv daran gearbeitet, diese Themen ins Bewusstsein der Gesellschaft (und der Theaterleute) zu heben. Diese Ideen wurden demnach mächtig, weil ihre Zeit gekommen war. Aber warum ist das eigentlich gerade jetzt?

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  • 29. Dezember 2022

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Überschreibung ist das neue Reizwort, das einige Theaterfreunde heute auf die Palme bringt wie zuletzt das Wort Romanbearbeitung und zuvor Regietheater. Eine Überschreibung findet statt, wenn ein:e Autor:in ein älteres (meist klassisches) Stück nimmt, liest und dann beginnt, etwas Neues zu schreiben, das von der Lektüre des anderen Texts spürbar beeinflusst ist. Dabei kann ein Stück entstehen, das die Klassikerhandlung behutsam in die Gegenwart und dort in ein neues aber ähnliches Milieu wie das verlegt, in dem der Klassiker spielt (so in Ewald Palmetshofers Vor Sonnenaufgang, Maja Zades ödipus).

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  • 22. Dezember 2022

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Wir waren bei zwei Paradebeispielen kontaminierter Klassiker, bei William Shakespeares Stücken Der Kaufmann von Venedig und Othello. Beide führen uns ethnische und religiöse Außenseiter einer christlich abendländischen Gesellschaft vor, im ersten Fall den mord- und geldgierigen Juden Shylock und im zweiten Fall den Afrikaner Othello, der zum Frauenmörder wird, weil er vor Eifersucht zu denken aufhört.

Schauspiel 23 | Die guten alten schlechten Angewohnheiten
  • 8. Dezember 2022

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Nun haben wir in drei Teilen das Thema Theater und Macht in handlichen Paketen abgefrühstückt. Aus der Innenperspektive ist die selbstkritische Revision, die die deutschsprachigen Bühnen gerade durchmachen, allerdings ein Riesenthema, das auch noch an viele andere Gebiete – Gendergerechtigkeit, politische Korrektheit, kontaminierte Klassiker usw. – angrenzt. Die Theater werden damit also so bald nicht fertig sein. Einige der erwähnten angrenzenden Themen sollten wir uns in den nächsten Wochen auch noch anschauen.

Schauspiel 22 | Die Macht im Theater
  • 1. Dezember 2022

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Im letzten Teil haben wir gesehen, dass das Theater auf die eine oder andere Art immer schon vom Staat abhängig war (und wo kein Staat war, waren Fürsten) – beziehungsweise abhängig gehalten wurde. (In einer Gesellschaft mit bedingungslosem Grundeinkommen wäre natürlich auch das Theater frei.) Das Wesen dieser Abhängigkeit bestand stets in der Kontrolle über die Inhalte des Spiels. Diese Zensur wurde dadurch erleichtert, dass die Theater entweder ein Repertoire geschriebener Stücke hatten oder Improvisationen, die aus wiederkehrenden Versatzstücken bestanden. Wer die Kontrolle über diese Texte hatte, hatte auch die Macht über die Köpfe der Zuschauer:innen.

Schauspiel 21 | Die Macht und das Theater
  • 25. November 2022

21 | Die Macht und das Theater

Im Blog der letzten Woche habe ich kurz umrissen, inwiefern Macht in unseren Theaterstücken, also innerhalb der Bühnenhandlungen, häufig Thema ist. Bestes Beispiel Shakespeare – unruhig ruht das Haupt, das eine Krone trägt – , bei dem geht’s eigentlich kaum je um etwas anderes. Und wenn er scheinbar Liebesdramen schrieb, ging’s immer noch darum. Mussten aber Königinnen und Könige sich schon dauernd auf der Bühne dargestellt sehen, sorgten sie zumeist dafür, dass die Theatermacher wenigstens von ihnen abhängig waren, so dass sie, die König:innen, ein bisschen Einfluss auf die künstlerischen Blüten hatten, welche die Komödienmuse unablässig trieb.
Und damit wären wir bei der zweiten Ebene der Macht, die wir hier verhandeln wollen: Der Macht über das Theater.

Schauspiel 20 | Theater und Macht
  • 17. November 2022

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Weil die letzte Folge schon viel zu lange her ist, möchten wir nun wieder starten und die Reihe „Was machen Dramaturg:innen?“ auf unserem Blog fortsetzen. Jede Woche gibt Andreas Erdmann, leitender Schauspieldramaturg, in seiner Kolumne wieder spannende Einblicke in die Welt des Theaters und die Arbeit eines/einer Dramaturg:in. Die ersten der neuen Folgen widmen sich dem Thema „Theater und Macht“ und beleuchten deren Verhältnis auf und hinter der Bühne.

Schauspiel 17 | Shakespeare
  • 14. April 2020

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Für einen Stadttheaterdramaturgen habe ich nun in untypischem Ausmaß der Werktreue das Wort geredet. Dass Theaterprofis gegen diese häufig grundsätzliche, theoretisch unumgängliche Vorbehalte hegen, habe ich hinlänglich erklärt, dass das Theaterpublikum die Vorbehalte nicht im gleichen Maße teilt, ebenfalls.

Schauspiel 16 | Werktreue
  • 27. März 2020

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Nachdem wir in den letzten Teilen unseres Blogs viel über die innere Verfassung unserer Stadttheater gehört haben, über den Preis, den die Theaterschaffenden für die Wahl ihres Berufes zahlen, über die Rolle, die die Direktor*innen in diesem System spielen, wäre es heute eigentlich daran gewesen, auf die Kritik einzugehen, die (auch) aus dem Inneren dieses Systems kommt, und die, mitunter aus verschiedenen Richtungen, meistens auf die Machtverteilung und den Machtgebrauch im Theater zielt.

Schauspiel 15 | Aufwand und Autorschaft
  • 3. März 2020

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Ich wuchs also in einem katholischen Umfeld auf. Hin und wieder kam ich dadurch in Berührung mit Angehörigen des Jesuitenordens. Nachher wurde ich dann meistens von Familienmitgliedern auf die Besonderheit des Lebens der Soldaten Christi hingewiesen.

Schauspiel 12 | Proben und Probieren
  • 13. Januar 2020

12 | Proben und Probieren

Es gibt verschiedene Parameter, deren Schwanken man betrachten kann, um jene besonderen Ressourcen zu verstehen, die den Theatern deutscher Sprache in den 70ern und 80ern des vorigen Jahrhunderts zu Gebote standen: Werfen wir doch einmal einen Blick auf die Probenzeiten, die den Produktionsteams jener Tage für einzelne Inszenierungen eingeräumt wurden.

Schauspiel 11 | Die wilden 70er
  • 9. Januar 2020

11 | Die wilden 70er

Die wilden 70er: Unrasierte Nackte stürmen die Theaterbühnen, Stückzertrümmerungen, Publikumsbeschimpfungen, Theater werden leer gespielt, ganze Generationen Abonennt*innen in die Flucht geschlagen, wenn die Intendant*innen nicht das vollständige Abonnementsystem gleich mit der Wurzel ausreißen.

Schauspiel 10 | Regietheater
  • 27. Dezember 2019

10 | Regietheater

Wäre das ein Lehrbuch für Dramaturgie, sollte ich der Systematik halber nun vielleicht auf Fassungen von ganz normalen Stücken eingehen. Also Textfassungen, welche nicht aus Romanen destilliert wurden, sondern aus schon fertig vorliegenden Dramentexten.

Schauspiel 9 | Aristoteles und Stadelmaier
  • 17. Dezember 2019

9 | Aristoteles und Stadelmaier

Hintergründig haben Sie es wahrgenommen: Romanbearbeitungen auf der Bühne sind ein Reizthema. Dabei haben wir gelernt, dass Regisseur*innen durchaus Argumente kennen, sich lieber einen Bestseller der Prosaliteratur vorzuknöpfen als einen Klassiker des Dramenkanons.

Schauspiel 7 | Romanbearbeitungen
  • 2. Dezember 2019

7 | Romanbearbeitungen

Liebe kommt am besten von zwei Seiten. Und so liebten die Theater der vergangenen Jahrzehnte nicht allein, wenn Regisseur*innen berühmte Romantitel verwursteten, die Regisseur*innen taten das, wie es aussah, auch ganz gern.

Schauspiel 5 | Die sogenannte Fassung
  • 18. November 2019

5 | Die sogenannte Fassung

In den letzten Teilen dieses Blogs habe ich versucht herauszuarbeiten, inwiefern Stück-Besetzung und Verhandlungen über die Besetzungen heute einen großen Teil der Arbeit der Theaterleitungen ausmachen, und wie diese Arbeit durch Veränderungen im System der Stadttheater mehr geworden ist.

Schauspiel 4 | Lufthansa
  • 11. November 2019

4 | Lufthansa

Nachdem ich in Teil 3 versuchte zu verdeutlichen, welchen Unterschied für die Besetzungsarbeit der Übergang des Stadttheaters vom Betrieb mit „Hausregisseur*innen“ zum Betrieb mit Gastregisseur*innen macht (und die Besetzungsarbeit macht laut Peter Zadek an der Inszenierungsarbeit 90 Prozent aus), möchte ich heute einen kleinen Exkurs zu diesem Thema machen.

Schauspiel WAS IST EIGENTLICH EIN DRAMATURG?
  • 21. Oktober 2019

WAS IST EIGENTLICH EIN DRAMATURG?

Die Frage, die mir wohl am häufigsten gestellt wird (und die ich normalerweise nicht beantworten kann) lautet: „Was macht eigentlich ein Dramaturg?“ Oder noch profunder: „Was ist eigentlich ein Dramaturg?“ Und diese Frage wird nicht nur mit Unterton (dem Unterton von „Braucht’s die überhaupt?“) gestellt.