FREIHEIT – DAS MOTTO DER SPIELZEIT 2020/2021

FREIHEIT – DAS MOTTO DER SPIELZEIT 2020/2021

38 Neuproduktionen aus Oper/Operette, Musical, Tanz, Schauspiel und Junges Theater

  • 19. Juni 2020
  • |
  • Text: Philip Brunnader

Unter dem Motto FREIHEIT präsentierte Intendant Hermann Schneider heute seine fünfte Spielzeit am Landestheater Linz. 38 Neuproduktionen − darunter zehn Uraufführungen, zwei Europäische Erstaufführungen und eine Deutschsprachige Erstaufführung stehen auf dem Spielplan. Hinzu kommen vier Wiederaufnahmen.

DOWNLOAD JAHRESHEFT 2020/2021
ÜBERSICHT STÜCKE 2020/2021

Opernensemble: Martin Achrainer, Mathias Frey, Theresa Grabner, Gotho Griesmeier, Adam Kim, Katherine Lerner, Florence Losseau, Fenja Lukas, Dominik Nekel, Matthäus Schmidlechner, Michael Wagner

OPER/OPERETTE

Von „Fidelio“ bis „Rinaldo“

Die Opernsaison beginnt programmatisch im Beethovenjahr 2020 mit seiner einzigen Oper Fidelio, deren zentrales Motiv die Hoffnung ist: Die Hoffnung auf Freiheit als Synonym für ein besseres Leben, ja Glück. Dirigiert wird die Oper von Chefdirigent Markus Poschner, Regie führt Intendant Hermann Schneider. Klassiker wie Mozarts musikalische Komödie Le nozze di Figaro (Regie: François De Carpentries, Musikalische Leitung: Markus Poschner), in deren Zentrum das Dienerpaar Figaro und Susanna steht, das heiraten will und sich erfolgreich gegen seine Herrschaft zur Wehr setzt, oder Bellinis Belcanto-Version der tragischen Liebesgeschichte des legendären Veroneser Liebespaars Romeo und Julia I Capuleti e i Montecchi, stehen ebenso auf dem Spielplan wie die Oper La Juive von Jacques Frommental Halévy, die das Publikum mit einer ebenso opulent-eleganten wie emotional aufgeladenen Musik, die in den entscheidenden Momenten mitten ins Herz trifft, fesselt.

Außerdem steht mit Rinaldo eine Koproduktion mit dem Opernhaus Zürich und dem Staatstheater Nürnberg auf dem Programm. Mit Rinaldo stellte sich Händel 1711 erstmals in London als Opernkomponist vor. Und so setzte er alles daran, sein Publikum mit seiner Musik zu umgarnen, wenn er hier eine seiner reichhaltigsten Partituren schuf. Des Weiteren bringen wir im Großen Saal des Musiktheaters Franz Lehárs romantische Operette Das Land des Lächelns auf die Bühne.

In der BlackBox darf man wieder auf Entdeckungen und weitere Opernschätze gespannt sein: Darunter die Uraufführung der Neufassung der Operette Das Dreimäderlhaus mit dem neuen Team des Oberösterreichischen Opernstudios sowie auch die Uraufführung der Neufassung der romantischen Oper Melusina.

Das Kammer-Musiktheater Die Katze, die ihre eigenen Wege ging für alle ab 6 Jahren, rundet den Opernspielplan ab.

Musicalensemble: David Arnsperger, Celina dos Santos, Daniela Dett, Christian Fröhlich, Hanna Kastner, Karsten Kenzel, Sanne Mieloo, Hannah Moana Paul, Gernot Romic, Lukas Sandmann, Lynsey Thurgar

MUSICAL

Piaf eröffnet die Spielzeit 2020/2021

Das Musicalensemble eröffnet die kommende Spielzeit mit Piaf von Pam Gems. Das Stück ist gespickt mit Édith Piafs großen Chansons wie „L’accordéoniste“, „Padam“, „La vie en rose“, „Mon dieu“ und natürlich „Milord“ und „Non, je ne regrette rien“. Eine Paraderolle für Publikumsliebling Daniela Dett. Regie führt Matthias Davids.

Mit The Wave präsentiert die Musicalsparte des Landestheaters bereits ihre vierte Uraufführung – nach etlichen Preisen für die bisherigen neuen Musicals. The Wave basiert auf dem Experiment des Geschichtslehrers Ron Jones von 1967 an einer amerikanischen Highschool, das durch den Roman von Morton Rhue und mehrere Filmadaptionen berühmt geworden ist. (Regie: Chloe Treat) Mit Lieder für eine neue Welt (Regie: Simon Eichenberger) folgt eine Geschichte von Jason Robert Brown, die herzzerreißend, lustig, traurig oder hoffnungsvoll ist. Und immer emotional.

Auch eine Österreichische Erstaufführung wird es in der Spielzeit 2020/2021 geben: Priscilla – Königin der Wüste. Stephan Elliotts Film war ein Überraschungshit und wurde 1995 mit einem Oscar ausgezeichnet. In der Musicaladaption erklingen zahlreiche Disco-Superhits – von „It’s Raining Men“ der Weather Girls über Tina Turners „What’s Love Got To Do With It“ bis hin zum Village-People-Knaller „Go West“. Erstmals in Österreich: Glitzerkostüme, große Herzen und Hits am laufenden Band!

Außerdem ist es dem Landestheater Linz gelungen, die Rechte für die Deutschsprachige Erstaufführung des Hit-Musicals Wie im Himmel (Regie: Matthias Davids) zu erhalten. Schwedens wohl bekanntester, vielfach preisgekrönter Film wurde durch Drehbuchautor Kay Pollak selbst und den Komponisten Fredrik Kempe zu einem bewegenden Musical umgeschrieben. Des Weiteren darf man sich mit Die wollen nur singen! auf ein Highlight-Konzert des Linzer Musicalensembles mit dem Bruckner Orchester Linz freuen.

Tanzensemble: Rie Akiyama, Lara Bonnel Almonem, Kayla May Corbin, Julie Endo, Núria Giménez Villarroya, Mireia González Fernández, Yu-Teng Huang, Valerio Iurato, Vincenzo Rosario Minervini, Nimrod Poles, Pavel Povrazník, Lorenzo Ruta, Safira Santana Sacramento, Pedro Tayette, Shang-Jen Yuan, Evi van Wieren

TANZLIN.Z

„Bilder einer Ausstellung“, „Liebesbriefe“, „Credo“ und Wiederaufnahme-Premiere „Cinderella“

Die Tanzsparte startet die neue Saison mit der Uraufführung von Bilder einer Ausstellung – einem Tanzabend von Mei Hong Lin mit Musik von Modest Mussorgski und Sound von Christian Düchtel. Mit Cinderella von Sergej Prokofjew zeigt Mei Hong Lin einen Klassiker der Moderne. Prokofjew schuf mit seiner Komposition über das zeitlose Märchen vom Aschenputtel eine der stärksten Ballettmusiken.

Mit Liebesbriefe folgt eine weitere Uraufführung. Ihre Liebesbriefe möchte Mei Hong Lin als Trost, als Aufarbeitung und als Motivation zum Neubeginn verstanden haben. Ihr Tanzabend zeigt aber vor allem eines: Es gibt Hoffnung und eine neue Schöpferkraft – immer und überall.

Nach Johann Kresnik lädt Mei Hon Lin einen weiteren prägenden Protagonisten des Tanztheaters ein: Der Schweizer Tänzer und Choreograf Urs Dietrich wird sich in Credo mit dem Spielzeitthema „Freiheit“ auseinandersetzen.

Schauspielensemble: Eva-Maria Aichner, Jan Nikolaus Cerha, Helmuth Häusler, Horst Heiss Alexander Hetterle, Sebastian Hufschmidt, Christian Higer, Katharina Hofmann, Daniel Klausner, Alexander Julian Meile, Klaus Müller-Beck, Theresa Palfi, Markus Ransmayr, Gunda Schanderer, Julian Sigl, Benedikt Steiner, Christian Taubenheim, Angela Waidmann, Lutz Zeidler

SCHAUSPIEL

Callcenter-Monologe, Lehrstück, Zauberposse – da ist alles dabei!

Das Schauspielhaus und die Kammerspiele an der Promenade werden unter Schauspieldirektor Stephan Suschke wieder ein Ort für Tragödie, Lustspiel, Volksstück und vieles mehr. Eröffnet wird die neue Spielzeit mit Gefährliche Liebschaften (Regie: Susanne Lietzow) nach Choderlos de Laclos. Es folgt die Uraufführung von Martin Plattners Die Sedierten. (Regie: Stephan Suschke) Peter Wittenberg inszeniert in der kommenden Spielzeit Ferenc Molnárs zeitlos gültigen Theaterklassiker Liliom und Sophokles‘ Tragödie König Ödipus.

Schauspieldirektor Stephan Suschke zeigt mit Alte Meister ein Theaterstück nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Bernhard. Weiter geht es mit Der böse Geist Lumpazivagabundus von Johann Nestroy, in der Inszenierung von Georg Schmiedleitner. Der gebürtige Grazer Clemens J. Setz, gefragter und vielfach ausgezeichneter Prosa- und Theaterautor, hat mit Vereinte Nationen ein bitter­böses Gesellschafts- und Sittenporträt über die Ausbeutung einer Eltern-Kind-Beziehung im digitalen Zeitalter verfasst. Schauspieler Alexander Julian Meile führt Regie.

Die zweite Uraufführung im Schauspiel ist Binge Living, Callcenter-Monologe von Stefanie Sargnagel. Weiter geht es mit den Premieren von Amadeus von Peter Shaffer (Regie: Markus Völlenklee), Der zebrochne Krug von Heinrich von Kleist (Regie: Bérénice Hebenstreit) und Biedermann und die Brandstifter von Max Frisch (Regie: Stephan Suschke). Auf der Studiobühne inszeniert Esther Muschol Verstehen Sie den Dschihadismus in acht Schritten! (Zucken).

Mit Geschichten aus dem Wiener Wald (Regie: Stephanie Mohr) steht auch ein Volkstück von Ödön von Horváth auf dem Spielplan. Abschließend zeigt das Schauspiel mit der Österreichischen Erstaufführung von Schnee Weiß (Regie: Katrin Plötner) ein Theaterstück von Elfriede Jelinek.

Ensemble Junges Theater: Friedrich Eidenberger, Alexander Köfner, Sofie Pint

JUNGES THEATER

Vom Jungen Klassiker bis zum beliebten Weihnachtsmärchen

Die Sparte Junges Theater startet mit Junger Klassiker – Faust Short Cuts (13+) nach Johann Wolfgang von Goethe, in einer Fassung von Nele Neitzke in die kommende Spielzeit. Als Weihnachtsmärchen steht mit Lewis Carrolls Alice im Wunderland (6+) einer der beliebtesten Klassiker für junge Leser*innen auf dem Spielplan. Bambi (8+), die Erzählung von Felix Salten, veröffentlicht 1923, lädt ein in die Welt des Waldes mit ihren Wundern, Gefahren und Gesetzen. Bambis Kindheit und Jugend zeigen die Entwicklungsstufen des Erwachsenwerdens aus dem Blick eines jungen Rehbocks. Noch stärker als in der bekannten Disney-Verfilmung wird dabei der Eingriff des Menschen in die Natur thematisiert.

Weiter geht es mit Die Zertrennlichen (10+). Das wunderschöne poetische Stück über Vorurteile, Hass, Selbstbestimmung und Liebe wurde 2018 mit dem Deutschen Kindertheaterpreis ausgezeichnet. Heidelinde Leutgöb inszeniert mit Die Weiße Rose (13+) ein ebenso packendes wie zum Nachdenken anregendes Stück. Die Spielzeit endet im Jungen Theater mit der Uraufführung Erwartung: Erster Schnee (13+) nach einer Erzählung von Sophie Reyer.

Fotos: Robert Josipovic